Tipps für die Probezeit

Der Weg aus der Überforderung in der Probezeit

Überforderung in der Probezeit

Den ersten Job und meine Überforderung in der Probzezeit werde ich nie vergessen. Im meinen Fall habe ich die Doktorandenstelle erhalten, die ich so mir sehnsuchtsvoll gewünscht habe. Meine Motivation: Ein „Dr.“ vor meinem Namen sieht gut aus. Ich sollte in meiner Probezeit, die 1 Jahr dauerte, erkennen, dass das nicht genug Motivation war. 

Eine Doktorandenstelle mit Möglichkeit auf Promotion bedeutet übersetzt: Du hast Deine Projekte und Aufgaben, die im Geschäftsalltag des Lehrstuhls anfallen. In Deiner Freizeit (am Wochenende) kannst Du das Equipment nutzen und Ergebnisse sammeln, die für Deine Doktorarbeit nutzen kannst. Dabei waren die Projekte und Aufgaben für mich sehr umfangreich und vielfältig. Ich war schnell überfordert und machte Fehler. Das Feedback meiner Vorgesetzten dazu verunsicherte mich noch mehr. Langsam begann ich Angst zu bekommen, dass ich ich alles falsch mache.

Negatives Feedback Probezeit

Eine Blockade entwickelte sich im meinen Kopf und lähmte mich, sodass ich der Vielzahl der Projekt- und Alltagsaufgaben nicht mehr Herr wurde, was mich noch mehr verunsicherte. Ein Teufelskreis.

Ich begann die Aufgaben mit nach Hause zu nehmen (tatsächlich und vor allem in Gedanken). Dadurch fehlten meinem Kopf die Ruhephasen. Vor dem Einschlafen grübelte ich oft noch stundenlang über Probleme und To Do’s, die ich zu erledigen hatte. Dabei drehten sich meine Gedanken oftmals sinnlos im Kreis. Dies und ein Blick auf dem Wecker frustrierte mich sehr. Das Ganze war ein schleichender Prozess, der mich langsam aber sicher zu einem unglücklichen Menschen machte. Meine zwei Probleme waren:

  • Wie organisiere ich meine Aufgaben und erledige sie schneller?
  • Wie schaffe ich es in meiner Freizeit abzuschalten?
Organisation in der Probezeit

Es gab für mich tatsächlich eine Antwort auf meine zwei Probleme: Das Buch Getting Things Done

Einer der besten Bücherinvestitionen! Die Quintessenz, die ich aus dem Buch herauszogen habe: Schreibe deine Aufgaben diszipliniert in möglichst kleinen Teilschritten auf. Z. B. die Aufgabe „Präsentation für Projekt XY erstellen“ beinhaltet folgende Teilaufgaben:

  • Gehe runter in die Fertigung und mache 1 Foto von Maschine A und Maschine B
  • Verwende die zwei Fotos für eine ansprechende Titelfolie
  • Kopiere dir die Präsentationsvorlage der Uni aus dem Netzwerk auf dein Desktop
  • Achte auf jeder Folie auf maximal 6 Wörter und 3 Informationsträger
  • usw.

Wenn man seine Aufgaben in kleinen Teilschritten aufschreibt, dann schwirren die Aufgaben „mit losen Enden“ nicht mehr im Kopf herum. Dabei ist es sehr wichtig, dass Du diese Aufgaben in einem Speicher (Notziblock, Outlookaufgaben, Haftnotizen) aufschreibst, dem du vertraust. Du musst sichergehen, dass Du diese Notizen jederzeit wiederfinden kannst. Denn dann kann Dein Unterbewusstsein die Sache abhaken.

Ich hatte mit dieser Methode tatsächlich den Kopf wieder frei und meine Gedanken wanderten in meiner Freizeit und nachts nicht mehr zurück zur Arbeit und den unerledigten Aufgaben. Schließlich habe ich sie aufgeschrieben und einen Plan, wie ich sie erledigen konnte. Dadurch schaffte ich es auch, Geschwindigkeit aufzunehmen und die Aufgaben schneller abzuarbeiten.

Schlussendlich kann ich das Buch nur empfehlen. Es hat mein Leben verbessert und ich nutze die Methodik heute noch. Dabei benutze ich eine Kombination aus Emails und Outlook-Kalendereinträgen, in denen ich die Details für die Aufgaben aufschreibe. Ich finde in Outlook die Erinnerungsfunktion vom Kalender nützlich und dass eine Liste von Einträgen aufpoppt, die ich bei Erledigung schließen kann. Ein sehr gutes Gefühl. 🙂