Tipps für die Probezeit

Nervige Kollegen und warum Du sie zum Mittelpunkt Deines Lebens machst

Nervige Kollegen in der Probezeit, Streit im Cafe

Du kennst folgende Situation: Du machst einen Fehler und kassierst eine hämische Bemerkung von Deinem neuen Kollegen. Oder schlimmer: Der Kollege oder Kollegin macht dich ordentlich „rund“.

In meinem Fall habe ich eine Maschine bedient. Den Wechsel des Werkzeugs für die nächste Messung habe ich falsch durchgeführt, sodass das Werkzeug an der Grundplatte schleifte. Ein Kollege bekam das Ganze mit und machte mir tierisch Angst: „Oh nein, die Maschine kostet 40.000 Euro! Und die Reparatur des Werkzeugs dauert ewig. Ich muss selber noch ein paar Messungen durchführen, das kann ich jetzt wohl vergessen. Na toll!“ 

Wie Du sehen kannst, schaffen es manche Kollegen, Dir mit jedem Satz ein schlechtes Gewissen einzureden:

  • Die Maschine ist teuer
  • Du hältst mit Deinem Fehler andere Kollegen von der Arbeit ab

Ich habe natürlich sofort meinen Mentor Bescheid gegeben und er erklärte mir, dass das Ganze glücklicherweise nur halb so wild ist. Dennoch bin ich grübelt an diesen Tag nach Hause gegangen und habe mich beim Einschlafen noch geärgert. Mir schwirrten Fragen im Kopf herum:

  • Warum hat der Kollege so einen Stress gemacht?
  • Er wusste doch, dass ich neu bin. Wieso hat er mir nicht geholfen?
  • Wieso ist er so laut geworden? Wieso so patzig? Er hätte doch normal mit mir reden können?

Zusammengefasst, der Kollege hat mich sehr verärgert und nervte mich, teilweise aufgrund des schlechten ersten Eindrucks, auch bei weiteren Gelegenheiten. Sicherlich geht es Dir mit einem oder mehreren Kollegen/in auch so. Daher die schlechte Nachricht zuerst: Es gibt in jedem Unternehmen nervige Kollegen. Es ist natürlich, dass Du ein paar Kollegen anstrengend findest. Unterschiedliche Menschen mit anderen Weltansichten, Verhalten und Werten treffen in einer 40 h/Woche aufeinander. 

Der schlechten Nachricht folgen zwei gute Nachrichten: 1. Die Kollegen gehen Dir nicht mit Absicht auf die Nerven. Wie gesagt, sie haben andere Sichtweisen. Was für sie ganz normal ist, kann Dich total auf die Palme bringen. Daher kommen wir zur zweiten guten Nachricht: Du kannst an Dir arbeiten und Gelassenheit üben. Das klingt zunächst nach Aufwand, ist jedoch total lohnenswert. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass du Deinen Kollegen/in verändern kannst, ist sehr gering. Die Investition in Dich und Deine Ruhe wirkt sich jedoch langfristig positiv aus, denn sie ist Dir Dein Leben lang (und vor allem während des restlichen beruflichen Lebenslaufs) nützlich.

Arbeite an dir selber

Die Basis, die Du zuerst schaffen solltest, um resilienter zu werden, ist die Fähigkeit eines Paradigmenwechsels. Was das genau bedeutet, wird im folgenden Video gut erklärt:

Ein Paradigmenwechsel, den ich während meiner Probezeit vollzogen habe, hat sich wie folgt zugetragen:

Ich hatte einen Termin mit einem Kollegen aus einer anderen Abteilung ausgemacht. Wir mussten eine Präsentation für den nächsten Tag erstellen. Ich war hoch motiviert und gut vorbereitet. Im Besprechungsraum angekommen, musste ich über 10 min auf meinen Kollegen warten. Als er schlurfend reinkam und sich setzte, war ich bereits sehr ungeduldig, schluckte jedoch meinen Ärger herunter. Allerdings merkte ich in den folgenden 10 min, dass mein Kollege unvorbereitet war. Mehr noch, seine Energie und Mitarbeit hielt sich in Grenzen, was ungewöhnlich war. Ich war wütend und sprach ihn darauf an. Schließlich war die Präsentation wichtig und ich wurde anhand des Ergebnisses bewertet.

Mein Kollege holte Luft, sackte dann etwas mehr in sich zusammen und erklärte mir dann, dass er eben von seinem Chef ordentlich rund gemacht wurde. Und zwar vor versammelter Mannschaft. Es fällt ihm schwer sich zu konzentrieren, da seine Gedanken immer wieder zur Schimpftirade zurück wanderten.

Sofort wechselte ich mein Paradigma (meine grundsätzliche Denkweise, dass man immer gut vorbereitet zum Meeting muss) in ein anderes. Meine Interpretation seines Verhaltens:

  • Er hat keine Lust
  • Er ist nicht überzeugt von der Präsentation
  • Er hält das Meeting nicht so wichtig

wechselte in ein anderes Verständnis/Ansicht:

  • Der Arme
  • Oh je, vor allen Kollegen aus eigener und anderer Abteilung niedergemacht werden
  • Kein Wunder, dass er so lustlos ist

Die Fähigkeit zuerst zu verstehen und dann verstanden zu werden, ist machtvoll. Sie wird Dir viel Ruhe und Gelassenheit für Deine Probezeit und Deinen weiteren Berufsweg bringen. Ich empfehle Dir sehr das Buch 7 Wege der Effektivität zu lesen. Hier wird das Thema des Paradigmenwechsels im Zusammenhang mit persönlichem und beruflichem Erfolg sehr detailliert beschrieben. Das Buch ist ein absolutes Muss und eine sinnvolle Investition in Dein Humankapital!

Nach dem Lesen des Buches konnte ich meine Denkweise ändern. Ich versuche immer zuerst die Motivation des Kollegen zu verstehen, bevor ich mich über seine nervige Art oder Aktion ärgere. Das Wissen über die Motive des Kollegen ersetzte meine Wut und Verständnislosigkeit über den nervigen Kollegen. Dadurch kann ich mir mein Seelenheil gut bewahren, während ich immer noch Kollegen beobachte, die durch eine kleine Bemerkung oder Aktion von anderen Kollegen sich Stunden später noch in Rage reden.

Weitere Möglichkeiten Dir Ruhe und Gelassenheit anzueignen, ist das Meditieren. Hier gibt es viele Homepages, wie hier, die Dir gute Ratschläge dazu erteilen.

Du findest auch Websiten, die dir gute, allgemeine Tipps mit dem Umgang von nervigen Kollegen geben.